Suchen ohne sich zu verkaufen

Der Firmenname ist schon längst zum Verb stellvertretend für Suchabfragen geworden und hat sogar Einzug in die Lexika gehalten. Die Rede ist von „googeln“. Dass es auch Alternativen dazu gibt wissen einige, und nutzen wenige. Ich verwende im Moment DuckDuckGo.

suchmaschinen duckduckgo

Für mich als Nutzerin ist erst einmal wichtig, dass ich suchen kann. Dass es nicht kompliziert ist und dass ich Resultate finde. Genau an diesem Punkt hängt sich google dazwischen und errechnet aus Cookies, meinem Benutzerprofil, ähnlichen Benutzerprofilen, Standort, Spracheinstellungen etc. was für mich relevant sein soll.

Ich bekomme die Resultate geliefert, von denen Google „denkt“, dass sie für mich relevant sind. Die Suchresultate sind personalisiert, was mir als Nutzer als Mehrwert verkauft wird. DuckDuckGo hingegen betont, dass alle Nutzer für den selben Suchbegriff die selben Resultate bekommen.

Die Information über unser Such- und Surfverhalten wird von Google, wenn es sein muss (anscheinend „muss“ es oft sein…) an die Amerikanischen Geheimdienste weitergeleitet und dort gespeichert und ausgewertet. Hunderttausende sind davon betroffen. Mehr über den Skandal um PRISM kann man ausgehend vom Wiki Artikel zum Thema erfahren.

DuckDuckGo positioniert sich auf dem Markt als eine Suchmaschine, bei der die Privatsphäre ihrer Nutzer an erster Stelle steht. Aus diesem Grund werden keine IP-Adressen gespeichert, keine Informationen über Besucher protokolliert und Cookies nur verwendet, wenn sie absolut notwendig sind.

DuckDuckGo

Taugt das?

Nach anfänglicher Zurückhaltung- der Mensch ist ein Gewohnheitstier- mag ich die Suchmaschine. Je nach Suchbegriff werden weitere Tabs eingeblendet. Meist (immer?) vorhanden ist „Bilder“ und „Videos“.

Getestet habe ich zum Beispiel den Suchbegriff Zürich, zu dem es viele verschiedene Inhalte gibt. Die Stadt in der Schweiz, die Stadt in den USA(!), Bilder, Videos, der Flughafen, die Versicherung, der Kanton, die Universität… Das wird in einer Box „Bedeutungen“ eingeblendet.

DuckDuckGoZurich

Hervorgehoben wird, dass die Suchresultate auf den besten Quellen und nicht auf den meisten Quellen basieren. Die Suchmaschine verwendet Schnittstellen zu anderen Suchanbietern und eigene Crawler. Duck Duck Go bietet außerdem die Möglichkeit, entweder hauptsächlich kommerzielle Einkaufsseiten bzw. hauptsächlich Info-Seiten ohne Verkaufsabsichten anzuzeigen. Dies kann durch verschiedene Such-Buttons auf der Homepage ausgewählt werden.

Personalisieren

Wenn ich mich nicht für diesen Artikel vertiefter mit der Suchmaschine auseinandergesetzt hätte, wäre ich wahrscheinlich gar nie so weit vorgedrungen. Ich benutze die meisten Dienste in der Standardedition. Hauptsache es läuft… Bloggen hilft mir selber, mich viel vertiefter mit den Dingen, die ich so selbstverständlich im Alltag benutze, zu befassen.

Oben rechts befindet sich ein Symbol, das Zugang zum Menü verschafft. Unter „Einstellungen“ gelangt man auf eine Box mit verschiedenen Tabs. Hier lässt sich die Suchmaschine personalisieren. Farbe, Schriftgrösse, Region, Sprache, Datenschutz, um nur einige zu nennen. Sogar die Werbung lässt sich ausschalten.

Die Einstellungen können anonym in einer Datenwolke gespeichert werden – diese Funktion habe ich nicht ausprobiert, da es für mich nicht relevant ist.

Die Geschichte

DuckDuckGo erschien im Jahr 2008, ins Leben gerufen und programmiert von Gabriel Weinberg. Das primäre Ziel war weniger Werbung und mehr Relevanz. Im Jahr 2011 noch war die Suchmaschine eine Einmann-Show, die durch ein geschickt positioniertes Plakat in San Francisco in die US-Amerikanischen Massenmedien kam. (Die Suchresultate zu diesem legendären Plakat)
Firmensitz ist in Pennsylvania. Mittlerweilen sind 20 Mitarbeiter beschäftigt damit, die Suchmaschine zu betreiben.
Mit dem US-Überwachungsskandal um PRISM, der 2013 seinen Lauf nahm, erlebte DuckDuckGo einen regelrechten Boom.

Der Name DuckDuckGo lehne sich an das Amerikanische Kinderspiel „duck duck goose“ (das ich nicht kenne) und habe sonst keine weitere Bedeutung.

Fazit

Auf micht macht die Suchmaschine einen transparenten Eindruck. Die Texte, die den Dienst selber und seinen Datenschutz beschreiben, sind in verständlicher Sprache abgefasst, was vertrauensbildend wirkt.

Ich habe die Suchmaschine als Standard eingerichtet, und werde in der nächsten Zeit versuchen ohne Google zu suchen. Das geht.

Was ich ein wenig vermisse, ist die google Bilersuche nach Lizenz. Bis jetzt ist das mein einziger Kritikpunkt.

Links

Die Suchmaschine: https://duckduckgo.com/
Der Wiki Artikel zum DuckDuckGo: https://de.wikipedia.org/wiki/DuckDuckGo

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Über Sibylle

Es ist schön mit beiden Füssen auf dem Boden zu stehen und sich frischen Wind um die Nase wehen zu lassen. Es macht mich glücklich mit Kopf, Hand und Herz etwas zu schaffen, das Freude macht. Ich gärtnere, koche, backe, verspinne Wolle, binde Bücher, versuche da zu sein, wenn es mich braucht. Ich bin glücklich über mein Leben, das ich mit meinem Mann Thomas leben darf!
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2 Antworten zu Suchen ohne sich zu verkaufen

  1. Herr Günni schreibt:

    auch gut zum ausprobieren https://startpage.com/ anonyme suche mit google ergebnissen.

    Gefällt 1 Person

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